Weiltalschüler forschen in den Tropen
Welche Pflanzen wachsen wo?
Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts „Schulgarten“ besuchten am 09.02.2018 Schülerinnen und Schüler der Klassen H8a/b und R8a/b der Weiltalschule das Tropengewächshaus in Witzenhausen.
Die Idee entstand in Kooperation mit dem Verein „Health for Uganda/Africa e.V.“. Dieser engagiert sich unter anderem für die Gewährleistung einer gesunden Ernährung der Bevölkerung in Uganda durch den Anbau und die Produktion von Nahrungsmitteln im Schulgarten der Grundschule KISA (Uganda). Dabei wurde ein neues Gartenprojekt mit der Weiltalschule ins Leben gerufen.
Unter dem Leitbild „Nutzpflanzen hier und anderswo – zwischen Deutschland und Uganda“ wollen die Schülerinnen und Schüler im 2. Halbjahr typische Nutzpflanzen anbauen, die gleichsam in der Ernährung von Kindern in Uganda eine Rolle spielen. Die Vernetzung unseres Lebensalltags hier mit den Ländern und Menschen des Südens soll den Schülern aufgezeigt werden.
Zuvor stellten sich daher die Fragen: Welche Nutzpflanzen bauen die Menschen in Uganda an? Welche Pflanzen wachsen in beiden Ländern, welche nicht?
Um diesen Fragen nachzugehen, begaben sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrerinnen Julia Agafonow, Monika Slawik und zwei Vertretern des Vereins auf eine „Reise zum Äquator“.
Die Schülerinnen und Schüler wollten die bisher im Unterricht erworbenen Kenntnisse im Bereich „Anbau von Nutzpflanzen“ in der Praxis vertiefen. Unterstützung erfuhren sie durch die tatkräftige und engagierte Mitarbeiterin des Tropengewächshauses Ines Fehrmann (Dipl. ing. agr.). Nach einer kurzen Einführung über die Arbeit des Instituts wurden im Seminarraum grundlegende Fragen geklärt:
Wo liegt Uganda geographisch? Welche klimatischen Besonderheiten herrschen dort? Und was sind Nutzpflanzen?
Auch ein Weltladen kann Lernort sein!
In Kleingruppen erhielten die Schülerinnen und Schüler anschließend Produkte aus ihrem Alltag wie Erdnüsse, Tee, Kakaopulver, Zucker oder Speisestärke, die sie in einer „Ralley durch die Tropen“ den zugehörigen Pflanzen zuordnen sollten. Hautnah erlebten die Schülerinnen und Schüler die Besonderheiten des feucht-warmen Klimas.
In einem folgenden Rundgang lernten sie unter Palmen verschiedene Nutzpflanzenarten, ihre Entstehung und Verwendung kennen. Auf 1200 m2 Grundfläche konnten sie 480 Pflanzenarten, darunter Nahrungs- und Genussmittelpflanzen, aber auch Gewürz-, Medizinal-, Färbe-, Energie-, Duft- oder Faserpflanzen bestaunen. Das Gewächshaus ist in drei klimatische Zonen unterteilt (Subtropen, tropischen Tief- und Hochland).
Es gibt 9 Meter hohe Bananenstauden im Palmenhaus, fruchtende Kakaoplantagen, eine Orangerie, ein Kaffeehaus und verschiedene Feldkulturen. Die Schülerinnen und Schülern lernten dabei, wie Schokolade hergestellt wird und durften auch einen Geschmackstest an Kakaobohnen vornehmen, was für den ein oder anderen sicherlich ein Erlebnis war. Tipps zur Sortenwahl und Pflanzenzucht für den eigenen Schulgarten rundeten den Besuch ab: Süßkartoffel, Bohnen, Erdnüsse, Zwiebel, Karotten und Mais.
Auch ein Weltladen kann Lernort sein! So suchten die Schülerinnen und Schüler abschließend den Weltladen in Witzenhausen auf, um sich näher mit der Problematik „Welternährung“ und dem Leben der Menschen in Uganda zu beschäftigen.
Im Gesamten war dies eine gelungene Fahrt, durch die wichtige theoretische Grundlagen geschaffen wurden.

